Antikensammlung 1999

Pavillon



MPEG-Sequenz (4.8 MB) zur Nike,
Aufnahme in Unteransicht.

Die Nike von Samothrake steht jetzt im Original im Louvre in Paris. Sie ist bis heute wohl eines der am meisten bestaunten antiken Bildwerke, die ihren Weg in die Museen der Welt gefunden haben. Schon allein ihre Größe macht Eindruck: bis zu den Flügelspitzen misst die Figur allein ohne Sockel über 3 Meter.
1863 wurde die Statue auf der griechischen Insel Samothrake nahe dem Kabirenheiligtum gefunden. Dort war die Nike nicht zur Aufstellung in einem geschlossenen Raum gedacht, sondern stand im Freien. Zu ihren Füßen war als Sockel das gesamte Vorderteil eines Schiffes in Stein nachgebildet. Von Wasserspielen umgeben und dem Meer zugewandt, mag sie eine weithin sichtbare Landmarke gewesen sein.


MPEG-Sequenz (5.9 MB) zur Nike,
Aufnahme mit verändertem Blickwinkel.

MPEG-Sequenz (4.9 MB) zur Nike,
Aufnahme mit Nachführung der Bewegungslinie.

Um 190 v. Chr. wurde die Nike von Rhodos anlässlich eines Seesieges über Antiochos den Dritten aufgestellt. Das gesamte Bildwerk ist aus Marmor von der Insel Rhodos gefertigt. Dargestellt ist der Moment, wie die Siegesgöttin selbst - wohl mit der Siegespalme in Händen - auf einem siegreichen rhodischen Schiff erscheint: die Füße schweben knapp über den Decksplanken, nur der Saum des weiten flatterndes Gewandes berührt das Schiff.

In der Antike war es notwendig den Göttern bei glücklich überstandener Kriegsgefahr zu danken; bei reichen Stadtgemeinschaften wie Rhodos fielen diese Weihegschenke natürlich entsprechend großformatig aus. Die Kabiren in Samothrake waren vor allem für die Errettung aus Seenot zuständig; die Aufstellung eines Siegesdenkmals für eine Seeschlacht dort scheint folglich naheliegend.
Übrigens: überliefert wird eine Anekdote in der ein zynischer Philosoph das Heiligtum in Samothrake besucht. Dort wird erklärt wie angesehen dieses Heiligtum sei, das könne man den zahlreichen Weihgaben der aus Seenot erretteten ablesen. Um wieviel angesehen es denn wohl dann erschiene, wenn auch die zu einer Gabe verpflichtet wären, die nicht aus Seenot errettet worden seien?, so darauf der Philosoph.




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Martin Boss
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aktualisiert am 29. Mai 2008 um 16:45 Uhr