Antikensammlung 1999

Pavillon



Die Sonderaustellung im Mittelbereich der Originalsammlung beschäftigt sich 1999 mit der Darstellung von Frauen in der antiken griechischen Kunst. Hierfür wurde eine rotfigurige Vase neu restauriert. Die beiden kurzen senkrechten Henkel fehlen heute völlig; nur noch die Ansätze am Körper sind zu erahnen. Ebenso fehlt der gesamte untere Teil des Gefäßfußes. Deshalb hatte zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts ein Restaurator die Bruchflächen dort geglättet, um dann einen selbstgestalteten "Gipsfuß" einzupassen. Diese Verfälschung ist jetzt abgenommen, aber im Inneren des erhalten oberen Teiles des Fußes bleiben die Werkzeugspuren dieses Restaurators noch weiterhin zu erahnen. Heutzutage bemüht man sich gemeinhin, möglichst gar nicht in den antiken Bestand einzugreifen.


Zwar stammt die Techik der rotfigurigen Malerei eigentlich aus Athen, Form, Ton und vor allem der Stil der gemalten Figur auf dieser Vase beweisen aber, daß diese Vase irgendwo in den griechischen Städten in Unteritalien oder Sizilien hergestellt worden sein muss. Sie wird im letzten Viertel des 5. Jahrhunderts entstanden sein.


Dargestellt ist auf der Vase eine Szene, die üblicherweise "Kriegers Abschied" genannt wird. Ein junger Soldat verabschiedet sich von seiner Frau und seiner Familie in eine recht ungewisse nähere Zukunft. Hierzu gießt er eine letzte Trankspende aus einer flachen Schale in seiner Rechten auf den Boden. Die weibliche Figur vor ihm hat mit einer Kanne - von ihr sind nur Hals und Mündung erhalten - die Spendeschale gefüllt.
Auf den ersten Blick scheint so ein Einblick in den durchaus recht wenig friedlichen Alltag der griechischen Kolonien Unteritaliens möglich. Allerdings wird man wohl auch damals eine gewisse Scheu gehabt haben, sich derart leichtbekleidet in die erste Schlachtreihe vorzuwagen.
Nacktheit ist auf den Vasenbildern ein Zeichen für Heroen, das Bild mithin eine Szene aus der griechischen Mythologie. Man könnte an einen der Helden aus dem trojanischen Krieg denken, Antilochos oder aber Hektor. Im zweiten Fall wäre der würdige Alte am rechten Bildrand Priamos.


Inventarnummer I 871 (ehemals Pr. 39), erworben 1951 aus dem Nachlass der Sammlung Preiss.
Ciao, Fernando Gilotta, finalmente sono riuscito!

Weiter zu einem ganz ähnlichen (?) Abschied



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Martin Boss
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aktualisiert am 13. März 2008 um 15.00 Uhr