Nur Barbaren trinken unvermischt!

6. - 5. Jahrhundert v. Chr.


"Den Pokal, mein Junge!
Gib mir den Trunk! Doch heute gieße Wasser zehnfach in den Mischkrug,
von dem Wein dazu nur fünfmal."

Anakreon

Heutzutage, zumal an deutschen Universitäten, ist ein Symposium eine reichlich trockene Angelegenheit. Im antiken Griechenland war ein Symposion dagegen ein feucht fröhliches Trinkgelage.
Die Bezeichnung geht auf die Antike zurück und spielt auf einen der berühmtesten Dialoge des Sokrates an, der unter dem Titel "Symposion" von Platon überliefert ist. Jenes Gelage war allerdings schon damals ungewöhnlich, weil zu Beginn verabredet wurde, dass man nur soviel zu trinken bräuchte, wie jedem beliebte. Üblicherweise war die Weinmenge dagegen für alle verbindlich.
Da sich ein solches Gastmahl über viele Stunden hinziehen konnte und da sich dabei das Mischungsverhältnis immer stärker zuungunsten des Wassers verschob, blieben den Gästen auch die übleren Folgen allzu reichlichen Weingenusses nicht erspart.
Zu einem richtigen Symposion gehörte aber nicht nur das Weintrinken selbst, sondern nach einem ausgiebigen Mahl auch Musik und Tanzdarbietungen; zudem hatten Hetairen die ausnahmslos männlichen Gäste zu unterhalten - kurzum: all das, von dem wir glauben, es sei unmoralisch, verboten oder es mache dick.

"Ein blinder Tor ist,
wer im Rausch nicht lustig ist."

Euripides


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Martin Boss
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aktualisiert am 4. April 2008 um 15:30 Uhr