Zwei Neuerungen mit weitreichenden Folgen

7. – 6. Jahrhundert v. Chr.



Seit dem Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. kamen in der Stadt Korinth Töpferöfen zum Einsatz, deren Rauchabzug durch einen simplen Deckel reguliert werden konnte. Da­mit war es erstmals möglich, die Far­be des Glanztones direkt zu beeinflussen. Seit mykenischer Zeit war das Ergebnis je nach Dichte des Auftrags und der Brenn­tem­peratur ein mattes rötliches oder schwärzliches Braun. Mit dem neuen Ofen erzielten korinthische Töpfer jetzt ein glänzendes tiefes Schwarz, das sich von der blas­sen Farbe des einheimischen Tones wirkungsvoll abhob. Manganrot und weißes Kaolin verliehen zusätzliche Farbenpracht. Außerdem ritzte man mit einem spitzen Hölz­chen vor dem Brand eine feine Binnenzeichnung in die geschlossenen Farbflächen und erzielte so auf genial einfache Weise überaus lebendig wirkende Bilder. Mit ei­ner schier über­bor­den­den Phantasie wurden Tiere und die sonderbarsten Fabelwesen aneinandergereiht und in Friesen übereinander gestapelt.
Die aufstrebende Seehandelstadt Korinth war bekannt für die Verfeinerung von Öl und die Herstellung von Parfum. Die meisten korinthischen Tongefäße dienten als kleine Fla­kons zur Aufbewahrung dieses Salböles. Die Verbreitung dieser Aryballoi und Alabastra über das gesamte Mittelmeer und darüber hinaus zeugt vom durchschlagenden Er­folg der korinthischen Exportartikel. Wie heute noch, so war auch bei korinthischen Ölgefäßen die stilgerechte Verpackung ein wichtiger und prestigeträchtiger Hinweis


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Martin Boss
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aktualisiert am 28. July 2010 um 16:42 Uhr