Wagenfahrt für einen Toten

8. Jahrhundert v. Chr.



Mit der Wende zum 1. Jahrtausend v. Chr. erfasst eine neue Epoche den gesamten griechischen Kulturraum. Sie wird heute nach den Mustern, mit denen die Tongefäße ver­ziert sind, die "geometrische Zeit" benannt. Der Mäander ist die wichtigste Neuschöpfung; unbestreitbar ist er bis heute das "griechischste" aller Ornamente.
Die gesamte Halszone der großen geometrischen Grabamphora in Erlangen ist damit bedeckt. Plastische Schlangen zieren die Henkel und bezeichnen zugleich auch die be­son­dere Funktion des Gefäßes.
Derartige auffällig verzierte und manchmal fast mannshohe Vasen standen als Kennzeichnung und Schmuck auf den Gräbern, die sich selbst nur als flache Gruben an der Ober­fläche abzeichneten.
Das längste, breiteste und deshalb wichtigste Band auf dem Bauch der Amphora trägt eine stark stilisierte bildliche Darstellung: Elf Rennwagen sind aufgefahren, jeder von ei­nem Krieger gelenkt; sie erinnern an Wettrennen, die zu Ehren sagenhafter griechischer Heroen stattfanden und von denen der zeitgenössische Dichter Homer berichtet. Zu­gleich spielen sie auf Wagenprozessionen an, mit denen man den Leichnam vom Haus der Familie zur Grabstätte geleitete.


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Martin Boss
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aktualisiert am 28. July 2010 um 16:42 Uhr