Matt schimmernd wie Metall

4. - 3. Jahrhundert v. Chr.


Im Laufe des 4. Jahrhunderts v. Chr. kamen in den griechischen Städten rund ums Mittelmeer Gefäße in Mode, deren dunkel abgedeckter Körper matt schimmerte. Einige Vasen glänzen sogar silbern und erwecken den Eindruck, als seien sie aus Metall und nicht aus Ton. Tatsächlich entsteht diese Färbung aber einfach durch hoch verdichteten, eigentlich schwarz brennenden Glanzton. Weißes Kaolin, gelber Ocker, Manganrot und Glanzton lassen sich zudem zu einer reichen Palette von Farben mischen, mit denen bunt leuchtende Schmuckbänder aufgemalt werden können. Sie sind nicht aus der dunklen Abdeckung der Oberfläche wie im rotfigurigen ausgespart, sondern liegen über dem Schwarz. Die unbestrittenen Meister dieser Technik saßen in Unteritalien, vor allem in Tarent. Solche Gefäße - oder zumindest Scherben davon - finden sich zu Tausenden und Abertausenden in Gräbern und Heiligtümern dieser Zeit. Ein kleiner Becher in Erlangen mit der Inschrift "für Hermes" könnte ebenso eine fromme Gabe an diesen Gott der Straßen, Händler und Diebe sein wie eine Grabbeigabe, denn Hermes geleitete auch die Toten auf ihrem Weg ins Jenseits.

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Martin Boss
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aktualisiert am 4. April 2008 um 16:30 Uhr