Kein Spieglein an der Wand

6. - 3. Jahrhundert v. Chr.


Spiegelglas war in der Antike nicht bekannt; statt dessen dienten polierte Bronzescheiben den Frauen bei der Schönheitspflege als Spiegel. Manche waren wie flache Dosen gestaltet, die erst beim Aufklappen die Spiegelfläche freigaben; im geschlossenen Zustand war so die empfindliche Innenseite gegen Zerkratzen geschützt, die gelegentlich zusätzlich versilbert wurde, was die Reflexion erheblich verbesserte. Bei einer anderen Art von Spiegeln war die Bronzescheibe mit einem langen Griff verbunden. Die konkave Rückseite trug zumeist Bildszenen eingraviert, während die glatt polierte Vorderseite gleichmäßig konvex gewölbt war und somit ein vergrößertes Abbild lieferte.
In der Antike waren Griffe an Bronzegerät vielfach zu kleinen rundplastischen Figuren ausgebildet; je nach Art der oberen Auflage konnte dort entweder eine Spiegelscheibe festgegossen oder ein flaches Schalenbecken angenietet werden. Diese Paterae dienten normalerweise als Spendeschale für Trankopfer.

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Martin Boss
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aktualisiert am 4. April 2008 um 16:15 Uhr