Mythos, Kult und Volksglaube

5. Jahrhundert v. Chr.


Nach der Seeschlacht am Kap Artemision war man der Meinung, die Flotte der Perser nur mit Hilfe des Nordwindes Boreas besiegt zu haben. Sein Kult wurde deshalb in Athen, das die Hauptstreitmacht gestellt hatte, von Staats wegen eingeführt. Mit struppigem, weil gefrorenem Bart und Haar ist Boreas im unteren Bildfries eines zweizonigen Kelchkraters in Erlangen abgebildet, wie er der attischen Königstochter Oreithya nachstellt. Der Fries darüber spielt mit der Schlacht des Theseus gegen die wilden Kentauren wohl auch auf den siegreichen Abwehrkampf der eigenen "zivilisierten" Welt gegen "barbarische Mächte" an.
Im klassischen Altertum waren Götter, Dämonen und Heroen allgegenwärtig; entsprechend viele religiöse Feste waren in den Alltag eingebunden. Man kannte zwar keinen regelmäßigen arbeitsfreien Sonntag, aber die einzelnen Feiertage addierten sich zu einer ähnlich dichten Folge. Nicht alle Kulte waren für die Bürger gleich wichtig, die von den Göttern vor allem Beistand bei ihren alltäglichen Sorgen und von den Feiern nicht zuletzt ein gewisses Spektakel erwarteten. In Athen waren neben den Festumzügen für die Stadtgöttin Athena vor allem die volksnahen Feiern für den Weingott Dionysos mit ihren Theateraufführungen, Umzügen und Wett-Trinken besonders beliebt.

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Martin Boss
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aktualisiert am 4. April 2008 um 16:15 Uhr