Götter, Sport und Olivenöl

5. Jahrhundert v. Chr.


Alle fünf Jahre wurde in Athen ein großes Fest zu Ehren der Stadtgöttin Athena veranstaltet. Dabei fanden mehrtägige Wettkämpfe statt. Den Siegern winkte als Kampfpreis eine größere Menge Olivenöl, das aus den Erträgen von den heiligen Bäumen der Göttin selbst stammte. Es war derartig teuer, dass der Verkaufserlös dem Gewinner ein sorgenfreies Leben ermöglichen konnte. Die auffällige und immer gleichbleibende Verzierung der Verpackung des Öls in heute so genannten "panathenäischen Amphoren" diente sicher auch als Echtheitszertifikat.
Sport war ein fester Bestandteil der Erziehung der Jugend und der Sieg eines ihrer Bürger hob das Ansehen der ganzen Stadt. Die jungen Männer auf den Vasenbildern kamen meist aus wohlhabendem Hause, denn nicht jeder konnte es sich leisten, seine Zeit auf dem Sportplatz zu vergeuden. Geradezu zeitlos klingt die Klage eines Vaters, dessen Sohn sein Geld mit kostspieligen Wagenrennen zum Fenster hinaus warf:

"Au, das zwickt,
das Zahlen, Rossefüttern, Schuldenmachen
für dieses Früchtchen da!
- Und er -
mit langen gelockten Haaren reitet er und fährt
und träumt von nichts als Rossen."

Aristophanes, die Wolken 12 - 16

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Martin Boss
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aktualisiert am 4. April 2008 um 16:00 Uhr