Das Bild der Toten

4. - 3. Jahrhundert v. Chr.


"Der Wind, der von den Gräbern der Alten herweht,
kommt mit Wohlgerüchen wie über einen Rosenhügel.
Die Grabmäler sind herzlich und rührend und stellen immer das Leben dar.
Hier ist kein geharnischter Mann auf den Knieen, der eine fröhliche Auferstehung erwartet.
Der Künstler hat mit mehr oder weniger Geschick nur die einfache Gegenwart der Menschen hingestellt, ihre Existenz dadurch fortgesetzt und bleibend gemacht. Sie falten nicht die Hände, schauen nicht in den Himmel, sondern sie sind hinieden, was sie waren und was sie sind."

Johann Wolfgang von Goethe, Italienische Reise, Verona, den 16. September 1786.

Mit diesen Worten Goethes ist wohl am klarsten beschrieben, was den Unterschied antiker Grabreliefs gegenüber christlichen Epitaphien ausmacht, wie sie heutzutage in Kirchen und auf Friedhöfen zu betrachten sind.
Die "Wohnstätten" der Lebenden und der Toten waren in der Antike strikt voneinander geschieden. Vor den Toren der Stadt reihte sich ein Grabbezirk an den anderen - möglichst am Rand großer Straßen und von dort aus gut einsehbar. An Größe und Ausstattung der Bezirke waren für jeden, der dort vorbeiging, auch Einfluss wie Finanzkraft einer Familie deutlich abzulesen.

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Martin Boss
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aktualisiert am 4. April 2008 um 15:45 Uhr