Untaugliches Spielzeug, nicht essbare Speisen

6. - 5. Jahrhundert v. Chr.


Mit empfindlicher weißer Farbe bemalte, leicht zerbrechliche Kinderrasseln sind zumindest unpraktisch; tönerne Jojos ohne tiefe mittlere Laufrille sind völlig funktionsuntüchtig. Alle diese Gerätschaften dienten nicht dem eigentlichen Spiel, sondern hatten als Beigaben für die Verstorbenen vielmehr einen rituellen Sinn. Die tönernen Nachbildungen von Spielzeug beziehen sich auf einen Hochzeitsbrauch, bei dem als Zeichen des Eintritts ins Erwachsenenalter das ehemalige Spielzeug der Braut im Heiligtum geweiht wurde. Gerade der Tod junger Mädchen ist in Grabinschriften oft als Hochzeit mit dem Unterweltsgott Hades umschrieben.
Neben Nahrungsmitteln, die man dem Toten real als Wegzehrung auf ihre Reise in die Unterwelt mitgab, kommt einigen Speisen wie dem Ei und dem Granatapfel symbolische Bedeutung zu. Derartige Speisen wurden häufig ebenfalls durch tönerne Nachbildungen ersetzt.

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Martin Boss
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aktualisiert am 4. April 2008 um 15:45 Uhr