Die Entdeckung Trojas

3. Jahrtausend v. Chr.



"Meine Ansprüche sind höchst bescheiden; plastische Kunst­werke zu finden, hoffe ich nicht. Der einzige Zweck meiner Ausgra­bungen war ja von Anfang an nur, Troja auf­zu­finden, über dessen Baustelle von hundert Gelehrten hundert Werke geschrieben worden sind, die aber doch niemals jemand versucht hat, durch Ausgrabungen ans Licht zu bringen. Wenn mir dies nun nicht gelingen sollte, dann würde ich doch überaus zufrieden sein, wenn es mir nur gelänge, durch meine Arbeitenbis in das tiefste Dun­kel der vorhistorischen Zeit vorzudringen und die Wissenschaft zu bereichern durch die Aufdeckung interessanter Seiten aus der urältesten Geschichte des großen helle­nischen Volkes."
Heinrich Schliemann, Bericht über die Ausgrabungen in Troja 1871-1873 auf dem Berge Hissarlik, 3. November 1871

Heinrich Schliemann konnte,als er diese Sätze schrieb, noch nicht wissen, dass der eigentliche Verdienst seiner Untersuchungen in Troja tatsächlich in der Wieder­entdeckung der frühen, noch steinzeitlichen Kulturschichten der westlichen Türkei liegen sollte. Die Fundstücke seiner Ausgrabung gelangten zunächst alle nach Berlin; doppelt oder mehrfach vorhandene Gegenstände wurden in der Folge auch anderen deutschen Universitäten zur Forschung überlassen, an denen wie in Erlangen Klas­sische Archäo­logie als Lehr­stuhl bestand. Somit war erstmals für alle ein Einblick in die Hinter­lassen­schaft einer ganzen Kultur möglich, der nicht durch die großen Kunst­werke, sondern vor allem durch Haushaltsgeräte und Werkzeuge, Koch- und Essgeschirr bestimmt wurde - eben durch "Siedlungs­schutt".


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Martin Boss
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aktualisiert am 28. July 2010 um 16:42 Uhr